Lebensfreude

"Ich mache mir die Welt - wie sie mir gefällt"

Du bist mit Deinen Freundinnen zum Powershoppen verabredet. Die Sonne scheint und du fühlst Dich wie eine Königin. Der ganze Tag für Dich in einem Konsumrausch. Das ehrlich verdiente Geld ist am Start. Es ist alles Tutti. Auf dem Bett liegen Sachen verstreut. Nach einer unfassbar langen Zeit vor dem Spiegel, hast du Dich endlich doch für die rote Kombi entschieden.

 

The day after

Der Tag verläuft phantastisch. Es wird viel gelacht und es werden auch diverse Fotos gemacht.

Aber dann folgt: „the day after“. Moni hat mir alle Fotos „als tolle Erinnerung“ per WhatsApp zugeschickt. Ich schaue die Fotos an und denke: Wer in aller Welt ist diese Frau in rot, die mir da freudestrahlend zuwinkt. Wow – können Eigen- und Fremdwahrnehmung so weit auseinanderliegen? Bist das tatsächlich Du mit diesem beindruckenden Bauch (es sieht aus wie ein Schnappschuss im 8. Monat). Diese Arme – zwei monströse Fremdkörper, die an den Körper getackert sind. Und so geht die unnachgiebige Abwertung meines maximal verformten Körpers weiter. Anschließend landet die rote Kombi und auch alle Neuerwerbungen in einer sehr abgelegenen und verwaisten Ecke meines Kleiderschrankes. Ich fühle mich betrogen.

Eigentlich ist so ein reality - check manchmal gar nicht so übel.

Abgesehen von dieser Geschichte, kann ich das gut. Dinge anders wahrnehmen wie sie sind. Oft zu meinen Gunsten.

Studien zufolge haben Menschen, die überdurchschnittlich glücklich und gesund sind, oft eine leicht verzehrte Realitätswahrnemung. Sich für besser halten als sie sind. In diesem Sinne bedeutet auch Glück die Fähigkeit, sich positive Illusionen zu erhalten.

 

Das Taka Tuka Land 

Im Grunde eine Lebenshaltung, die meinem einzigen großen Vorbild „Pippi Langstrumpf“ entspricht. Mit ihrer Botschaft…. Mache dir die Welt wie sie dir gefällt, hat sie bei mir schon immer offene Tore eingerannt. Das unmögliche ist möglich. Wir müssen nur dran glauben. Es uns vorstellen. Nur dann werden wir auch Dinge umsetzen, die wir uns vorgenommen haben. Pippi stellt ihre eigenen Regeln auf und steckt ihre eigenen Grenzen. Kennt keine Komfortzone, ist unfassbar ehrlich, nie nachtragend, frech, hat keine Angst vor Autoritäten, und ist selbstwirksam. Sie hat ihr Taka-Tuka Land und ihren Papa, der König einer Südseeinsel ist. Alles erscheint möglich mit einer Leichtigkeit und Lebensfreude, die greifbar ist. Aber ich glaube, ihre größte Stärke ist, dass sie sich selber ernst nimmt. Ihre Bedürfnisse, ihre Gefühle, ihr Recht auf glücklich sein. Ihre Haltung: “ Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich sicher, ich werde es schaffen.“ Hallo? Der Hammer.

 

Es ist alles möglich

Mit 40 sah ich äußerlich noch so aus wie Pippi. Während meine gleichaltrigen Freundinnen immer seriöser wurden, stellte sich bei mir auch immer wieder so ein Männchen ans Ohr und flüsterte eindringlich: „Mensch Kerstin- so kannst du doch nicht mehr rumlaufen. Du hast jetzt Kinder. Du musst erwachsen werden. Du bist doch Vorbild. Wie peinlich. Von hinten hui- von vorne pfui. Die Liste meiner Sprechchöre wurden immer eindringlicher und länger. Bis ich schließlich einknickte und auf seriös machte. Aber nun ist mit der Abnehmchallange, mein altes, wunderbar vertrautes ich wieder ausgebrochen. Ich höre keine Stimmen mehr. Nur meine eigene und die sagt:“ Ja- sei echt. Sei so wie du bist. Das ist wunderbar. Mache dir die Welt wie sie dir gefällt.“

Mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass ich nicht Illusionen auferlegen will, sondern meine reale Welt so verändern will, dass sie zu mir passt. Wir eins sind. Ich will kein Taka-Tuka Land, sondern die Realität meinen Vorstellungen anpassen, wie sie mir gefällt. Das ist noch viel geiler. Eine erwachsene Pippi, für die alles möglich ist.

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